Command & Conquer 4 – Tiberian Twilight

Command & Conquer 4 – Tiberian Twilight

Seit dem letzten C&C-Spiel sind immer mehr Rufe nach Neuem lauter geworden.
Die Produzenten nahmen sich vor etwas neues zu schaffen. Aber wieviel ist von dem, was Versprochenen wurde, durchgesetzt worden und wie effektiv ist das?

Ist der neueste Teil der Tiberiumsaga ein Volltreffer oder ein Sieg der schlechten Unterhaltung nach Punkten? Ein Bericht über Command & Conquer 4 – Tiberian Twilight.

Der Spielaufbau

Im Gegensatz zu allen anderen C&C-Spielen baut diese Fortsetzung nicht mehr auf Basisbau und Rohstoffabbau auf. Im neuen Spiel dreht sich alles um die Crawler. Das sind große bewegliche Metallungeheur, die als einzige Einheit Einheiten produzieren können und Gebäude bauen. Da man nur einen Crawler gleichzeitig besitzen kann wird er die ‚bewegliche Festung‘, die mit in den Kampf zieht und die Truppen direkt mit Nachschub versorgt. Einheiten werden übrigens ohne Kosten produziert bis die maximale Einheitenanzahl erreicht ist und garkeine mehr gebaut werden können. Es gibt 3 verschiedene Crawlerarten: Offensiv-,Defensiv- und Supportcrawler. Jeder einzelne Crawler besitzt dabei seine eigenen Vorzüge.

Der Offensivcrawler ist widerstandsfähig und produziert starke Panzer/Einheiten. Er ist geschaffen für die Eroberung von Stützpunkten und die Zerstörung von Armeen.

Der Defensivcrawler ist eher ungeeignet für Eroberungszüge, ist aber ein perfekter Verteidiger. Da er als einziger Crawler Gebäude bauen kann man dadurch kann man beinahe doppelt soviele Einheiten gleichzeitig produzieren um bei einem Angriff verteidigen zu können. Zudem sind die Einheiten, die man mit ihm produzieren kann, so gewählt, dass man besonders starken Gegnern lange gegenhalten kann.

Der Supportcrawler glänzt nicht unbedingt mit Widerstandsfähigkeit, ist aber nicht zu unterschätzen. Die Einheiten sind ausgewogen gewählt und der Crawler ist als Einziger befähigt mit Hilfe von Extra-Fähigkeiten die Truppen zu unterstützen. Bei den Einheiten hat der Crawler zudem den Vorteil sehr viele Flugeinheiten ausbilden zu können. Dies trägt zur Mobilität bei und macht den Crawler und seine Truppen viel flexibler, da auch der Supportcrawler (als einziger Crawler) fliegt und sehr schnell ist.Dazu stehen ihm Flugzeugangriffe, Demoralisierungen und weiter Features zur Verfügung, die die Taktik des Spielers ergänzen können.

Die Einheiten des Spiels sind sehr zahlreich, da jeder Crawler seine ganz Eigenen hat. Eine weitere Neuheit ist, dass die Einheiten nach dem Schere-Stein-Papier-Schema Schaden verursachen. Im Klartext heißt das: jede Einheit hat eine Schwäche gegen eine Waffe und eine Stärke gegen einen gewissen Einheitentyp (Ausnahme sind Reparatureinheiten , da sie nur Schwächen besitzen). Welche Einheiten man im Spiel nutzen kann hängt vom Level des Spielers ab.

Auch Gebäudetypen und Fähigkeiten sind vom Level des Kommandeurs abhängig. Man sammelt während allen Spielen Erfahrungspunkte, die das GDI- oder NOD-Level des Spielers erhöhen. Das Level steigt allerdings schon nach relativ kurzer Zeit auf sein Maximum von 20 und wird unrelevant für den Spieler.

Die Kampagne

…soll die Tiberiumsaga nun abschließen. Da Dies der Abschluss sein soll werden natürlich hohe Anforderungen an die Story gestellt, die auch zum Großteil erfüllt werden. Letztlich bleiben aber einige Fragen offen. Man muss der Kampagne zugestehen,dass sie sehr abwechslungsreich gestaltet ist. Neben der Tatsache, dass man nach den ersten Missionen, den Ausgang der Saga selber gestalten kann, sind die Missionen sehr individuell gestaltet. Dass man sich zwischen GDI und NOD entscheiden kann, bietet dem Spieler die Möglichkeit sich selbst in das Spiel und die Story einzubinden. Zudem erfährt man, durch den Einblick in Kanes Pläne, viel mehr über das Mysterium ‚Kane‘, der in den Vorgängerspielen nie ganz durchsichtig erschien. Zum Abwechslungsreichtum der Missionen kann man sagen, dass nie eine Mission eine ähnliche als Nachfolger hat. Das Spektrum geht von Verfolgungen bis zu ‚Stützpunkt halten‘. Aber auch ganz andere Wege die Schlacht für sich zu entscheiden sind möglich. Die Kampagne ist auch im Koop-Modus verfügbar.

Ein Manko ist allerdings die Dauer in der man an der Kampagne Spaß haben kann. Da die Missionen durch das neue Spielprinzip kürzer werden, müsste es viel mehr Missionen geben. Leider wird diese Tatsache völlig ausgelassen, sodass es viel weniger Zeit dauert die Kampagne, trotz der zwei Fronten, durch zu spielen. Die Kampagne bietet leider nur circa 5 Stunden Spielspaß. Nebenbei ist während der Kampagne, wie bei allen Modi, eine permanente Internetverbindung nötig.

Anfängerfreundlichkeit

Das Spiel besitzt eine Art Einführung in die neue Kriegsführung. Sie ist in den ersten Missionen der Kampagne impliziert und gibt Aufschluss über die wichtigsten Handhabungen. Sie ist allerdings sehr kurz gefasst und bietet nur wenige Informationen. Wirklich ins Detail geht hier nichts. Man wird weder über die Fähigkeiten der neuen Crawler informiert noch über die Tatsache, dass es unterschiedliche Einheiten unter den Crawlern gibt. Es gibt zwar eine Führung durch das Inventar und die Menüs mit Hilfe von visuellen Signalen, allerdings missen Diese teilweise und sind nicht immer eindeutig. Damit hat man sich in der Tat kaum Mühe gegeben. Da man sich aber im Laufe der ersten Missionen mit allen Fähigkeiten auseinandersetzt fällt es nicht stark ins Gewicht.

Multiplayer

Command & Conquer 4 besitzt einen Multiplayer-modus. Dieser ist sowohl über das Internet als auch die LAN-Verbindung nutzbar. Die einzige Möglichkeit mit Mehreren zu spielen ist der klassische Herrschaftsmodus. Hierbei sammelt man Punkte indem man den Großteil bestimmter Gebäude auf der Karte besetzt. Punkte können zudem durch die Zerstörung von Einheiten erworben werden. Das Punktelimit ist frei wählbar und kann durch diese Option die Spiele sehr kurz werden lassen. Im Gegensatz zur Kampagne kann hier jeder Spieler seinen Crawler endlos oft wechseln. Möglich sind Spiele von 1 gegen 1 bis 5 gegen 5. Da es nur einen Spielmodus gibt , wird der Mehrspielermodus schnell langweilig, da es kaum Abwechslung gibt. Des Weiteren gibt es 15 verschiedene Karten auf denen man sich austoben und seine Taktik ausbessern kann. Der Voice-Channel, der aktiviert werden kann ist zudem eine gute Neuerung.

Fazit:

Das gesamte Spiel ist durch den veränderten Spielablauf zwar den Wünschen nach Veränderung nachgekommen, führt diese aber nicht optimal durch. Es gibt viel Neues, welches von der Idee her sehr gut ist, allerdings in der Ausführung teilweise mangelhaft ist. Als Beispiel gilt hier der Levelmodus, der den Spieler anspornen soll, allerdings bereits sehr früh zum Ende kommt. Mit der neuen Spieldurchführung hat man sich wirklich von den innersten C&C-Inhalten getrennt. Dieser Rundumschlag weg vom Strategieklassiker, hin zum Experiment wirkt sich nicht gut aus, da es stark übertrieben wurde. Das C&C-Feeling lässt dadurch stark missen. Die Kampagne ist recht gut gelungen, wobei aber die Spielzeit dummerweise recht kurz ist.

Der Multiplayer ist durchaus nicht schlecht, allerdings wird, wie oben beschrieben, sehr schnell der Spaß daran verloren, da man nur einen Modus spielen kann. Der Voice-Channel und die hohe Spieleranzahl, die möglich ist, versprechen aber viel Spaß mit Freunden.

Grafisch ist das Spiel kein Überflieger und ist im Vergleich recht durchschnittlich. Diese sind allerdings den niedrigen Vorrassetzungen angepasst, die das Spiel auch für ältere Computer zugänglich machen. Nervig ist nur, dass eine permanente Internetverbindung gewährleistet werden muss. Viele Spieler ziehen dadurch den Kürzeren.

Insgesamt kann man trotz mancher Enttäuschung nicht sagen, dass das Spiel unspielbar ist. Einige Stunden Spaß kann man damit, besonders mit Freunden, haben und es lohnt sich das Spiel selber zu spielen und sich ein weiteres Mal Kane zu stellen.


GD Star Rating
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Command & Conquer 4 - Tiberian Twilight, 3.7 out of 5 based on 3 ratings
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